Josef Pröll will Kanzler werden. Ganz klar. Auch wenn er es in der ZIB 2 bei Ingrid Thurnher immer noch leugnet, er schielt zumindest schon häufiger in Richtung Bundeskanzleramt. Seine Rede zur Nation, wie man sie nennt, sein "Projekt Österreich" ist eine Ansammlung an Plänen, die die ÖVP umsetzen will. Mit der SPÖ natürlich. Und ich muss zugeben: Die Idee ist nicht schlecht. Jetzt sind sie in der Offensive. Die VP hat aufgezeigt, was sie bis 2013 umsetzen möchte, und das Nichtgelingen mancher Pläne kann man dann spätestens dann im Wahlkampf gegen die SPÖ verwenden. Das ist so etwas wie der 5-Punkte-Plan der SPÖ beim Nationalratswahlkampf 2008.
Die ÖVP will ein Ende der Hacklerregelung, vor 2013. Ich muss zugeben: Ich habe mich zu wenig mit diesem Thema auseinander gesetzt, aber ich weiß, dass sie der SPÖ sehr wichtig ist. Der (ehemaligen) Arbeiterpartei eben. Im Koalitionsabkommen steht, dass sie noch bis 2013 weiterlaufen wird, und somit stellt sich die VP nun zum ersten Mal gegen das gemeinsame Abkommen. Schlecht? Nein. Denn vielleicht merkt auch die SP, dass ein Abkommen keine neuen Ideen ausschließt.
Und ich finde schön, dass Pröll bei seinem Gespräch mit Thurnher immer betonte, dass die 700 Mio. Euro, die durch die Hacklerregelung verloren werden, ja für die wichtigen Dinge fehlen: Bildung, Soziales, Universitäten, Forschung. Ähem. Man sucht sich wahrscheinlich immer eine Ausrede, warum man bisher für diese wichtigen Ressorts nicht unmäßig Geld ausgeben wollte.
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